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MPU - Führerschein
Die große Angst vor dem Psycho-Test

 
MPU - Führerschein
Die große Angst vor dem Psycho-Test

Depperltest, Idiotentest, Medizinisch Psychologische Untersuchung - um den Mythos MPU ranken sich jede Menge Gerüchte, Halbwahrheiten und Schauergeschichten. Wir geben Ihnen einen Überblick, wie das Ganze abläuft, was es kostet, wie man sich vorbereitet.

Das ist mein Ruin. Können Sie es sich nicht noch mal überlegen?" Josef Weber* redet verzweifelt auf die Gutachterin ein. Gerade hat sie dem 52-Jährigen mitgeteilt, dass er durch die MPU gefallen ist. "Ich muss doch arbeiten, sonst droht mir Hartz IV." Doch die Psychologin kann ihm nicht helfen. Nicht weil der Fernfahrer aus Niedersachsen zweimal mit Alkohol am Steuer erwischt wurde - mit 1,1 sowie 0.7 Promille - und bereits einmal an der MPU gescheitert ist. Sondern weil der inzwischen arbeitslose Mann seinen Alkoholkonsum offensichtlich nicht im Griff hat. Trinken und Autofahren nicht trennen kann. Das zeigt sich beim Psycho-Test in der MPU-Begutachtungsstelle immer wieder.
Zunächst will die Psychologin wissen, wie es zu den Alkoholfahrten kam. An das erste Mal kann sich Weber angeblich nicht erinnern. "Seitdem ist so viel passiert. Es war wohl nach der Arbeit." Beim zweiten Mal hat er "mal an einer Schorle genippt" und wurde "nur erwischt, weil ich nicht angeschnallt war und telefoniert habe". Und überhaupt trinke er ohnehin so gut wie nichts, "höchstens mal an Festen, weil ich nicht nein sagen kann". Warum er trotzdem zu Seminaren für Suchtgefährdete gegangen ist, kann er auch nicht plausibel erklären. Auf die Frage, was ihn so sicher macht, dass er - wie angekündigt - in Zukunft komplett auf Alkohol verzichten wird, hat Weber zwei Antworten: "Ich weiß, dass Alkohol und Straßenverkehr absolut nicht zusammenpassen. Und die Raucherentwöhnung habe ich ja auch geschafft."
Das reicht der Gutachterin nicht aus: "Allein zu sagen lch trinke nichts mehr, ist nicht genug. Da muss mehr passieren." Weber müsse einsehen, warum es zu den Alkoholfahrten gekommen ist, und deutliche Veränderungen in seinem Verhalten erarbeiten. Am besten mit einem Fachmann. Das hat Volker Klein1* intensiv getan, "Wenn ich vorher geahnt hätte, wie sehr das mein Lehen umkrempelt, wäre ich viel früher zum Psychologen gegangen." Stattdessen war der 42-Jährige jedes mal, wenn er Probleme hatte, in der Kneipe gelandet. "Im Job, in der Familie und finanziell gab es in den letzten zwei, drei Jahren Riesenstress. Und ich war immer nur für andere da, nie für mich. Abends habe ich dann gedacht, die Probleme mit Bier lösen zu können. Da kamen schon mal sieben, acht zusammen. Dazu noch Schnäpse."
So war es auch an dem Tag, als Klein auf der Heimfahrt an der roten Ampel am Steuer einschlief und von der Polizei geweckt wurde. 1,72 Promille, Führerschein weg, MPU. Für den selbstständigen Versicherungs-kaufmann ein Schock. "Meine Kunden wohnen weit verstreut. Wie sollte das gehen ohne Führerschein?" Klein informierte sich über die MPU und entschied sich für eine Einzelmaßnahme beim Psychologen. "Da ist mir erst bewusst geworden, dass ich andere Menschen gefährdet habe. Wenn ich mit Alkohol gefahren bin, dachte ich halt, es wird schon gut gehen." Heute ist ihm klar, dass er sich darauf gar nicht erst einlassen darf: "Ich habe mich zur Abstinenz entschlossen. Am Anfang war es schon schwer. Vor allem, wenn ich von Leuten angesprochen wurde, oder an meinem Geburtstag. Aber es geht mir gut damit, warum sollte ich das gefährden? Ich habe mehr Zeit für meine Familie, das empfinde ich als Bereicherung." Und wenn die Probleme doch wieder mal überhand nehmen? "Dann gehe ich zum Psychologen statt in die Kneipe, egal, was es kostet."

Fazit der Gutachterin:
Volker Klein hat sich mit der Thematik umfassend auseinandergesetzt und kann überzeugend darstellen, dass er sich geändert hat. Er bekommt ein positives Gutachten, allerdings mit einer Einschränkung: Weil er den Reaktionstest "vor lauter Aufregung" zweimal nicht geschafft hat, muss er noch die Fahrverhaltens-beobachtung, eine einstündige Autofahrt mit Fahrlehrer und Psychologin an Bord, erfolgreich absolvieren.
Weber und Klein: zwei von rund 100000 Verkehrssündern, die jährlich zur MPU müssen (siehe Grafik).

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Und zwei ganz unterschiedliche Fälle, die zeigen, dass eine gute Vorbereitung mehr als ratsam ist. Denn um die MPU ranken sich nicht nur viele Gerüchte, der Test provoziert auch immer wieder Fragen. Hier die wichtigsten Antworten), wer muss zur MPU?

Alkohol:
Jeder, der mit 1,6 Promille und mehr am Steuer eines Autos, Lkw. auf dem Motorrad oder Fahrrad von der Polizei gestellt wird. Bei Wiederholungstätern reicht es, wenn sie zweimal mit 0,5 und mehr Promille unterwegs sind.

Drogen:
Der Konsum illegaler Drogen führt grundsätzlich dazu, dass die Fahreignung abgesprochen wird. Dazu muss der Drogenkonsum nicht einmal in Verbindung mit der Teilnahme am Straßenverkehr gestanden haben. Es gilt die Nulltoleranz-Grenze. Auch Tablettenmissbrauch bedeutet für Autofahrer - ungeeignet für den Straßenverkehr.

Punkte:
18 Einträge in Flensburg sind die Schallmauer - Der Führerschein ist weg, die Behörde ordnet eine MPU an.

Chronische Krankheiten:
Menschen, die z. B. unter Diabetes leiden und wegen Unterzuckerung in Unfälle verwickelt werden. In einzelnen Fällen kann es auch Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Senioren treffen, wenn nach Unfällen Zweifel an ihrer Fahreignung aufkommen.

Was alles gehört zu einer MPU?
Sie gliedert sich in drei Teile - den medizinischen Check, einen Leistungstest am Computer und das psychologische Gespräch. Der Medizin-Check soll klären, ob körperliche Mängel gegen eine Fahreignung sprechen. Waren Alkohol, Drogen od er Medikamente im Spiel, stellt der Arzt Fragen zum früheren und aktuellen Konsumverhalten. Danach kommen Blurentnahme bzw. Urinkontrolle sowie Koordinationstest.
Beim Leistungstest geht es u. a. um Sinneswahrnehmung, Reaktionsvermögen sowie Belastbarkeit des Prüflings. Der Betroffene wird dabei an seine Leistungsgrenzen gebracht, wobei niemand erwartet, dass er immer richtig reagiert, Macht er zu viele Fehler, wird ein Zwetttest durchgeführt. Schafft er den auch nicht, gibt es eine Fahrverhaltensbeobachtung - eine einstündige Stadtfahrt mit Fahrlehrer und Psychologe. Das psychologische Gespräch dauert etwa eine Stunde. Hierbei geht es um die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Anlass für die MPU und die glaubhafte Darstellung einer dauerhaften Verhaltensänderung. Das Auswendiglernen einzelner Antworten hilft da nicht.
War Alkohol die Ursache, will der Gutachterwissen, warum der Betroffene am Tattag so viel getrunken hat, welche Bedeutung Alkohol für ihn damals hatte und wie seine durchschnittliche Trinkmenge aussah. Und dann die wichtigste Frage: Hat der Promulesünder sein Verhalten und seine Einstellung seit der Alkoholfahrt verändert, und wie will er in Zukunft sicherstellen, dass es nicht mehr zu einem solchen Fehlverhalten kommt? Bleibt er abstinent, oder kann er Trinken und Autofahren strikt trennen? Das Gespräch mit Drogensündern verläuft ähnlich - mit einem Unterschied: Im Gegensatz zum Alkohol wird bei Drogen kontrollierter Konsum nicht toleriert, totaler Verzicht ist angesagt! In der Regel muss einjährige Abstinenz bewiesen werden. Auch von Punktesammlern werden die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten sowie eine grundsätzliche Änderung der Einstellung zu Verkehrsvorschriften erwartet.

Ist eine Vorbereitung auf die MPU nötig?
Ja, sagen Fachleute - und Betroffene. Erfahrungen zeigen, dass ohne Vorbereitung nur 10 bis 15 Prozent die MPU schaffen, mit entsprechenden Kursen dagegen etwa 85 Prozent. Aber Vorsicht: Anbieter von Beratungen, die schnelle Lösungen mit Erfolgsgarantie versprechen, können nicht seriös sein. Um die MPU zu bestehen, braucht es Zeit. Deshalb ist es wichtig, sofort aktiv zu werden, wenn klar ist, dass der Test droht. Einen guten Einstieg bieten die kostenlosen Informationsabende der Begutachtungsstellen, die einen ersten Überblick über das Thema verschaffen. Danach sollte ein kostenpflichtiges Beratungsgespräch (ca. 100 Euro) bei einem Verkehrspsychologen folgen. Der macht sich ein Bild von der persönlichenGeschichre und hilft, die Weichen für eine erfolgreiche Begutachtung zu stellen. Die Entscheidung, ob Einzelstunden beim Psychologen oder ein Kurs in der Gruppe sinnvoller sind oder ob eine Suchttherapie nötig ist, hängt von der Persönlichkeit des einzelnen ab.

Wie wird die Alkohol oder Drogenabstinenz getestet?
Die bekannteste Möglichkeit ist die Bestimmung der Leberwerte. Allerdings können dabei auch andere medizinische Faktoren Einfluss nehmen. Sicherer ist die Bestimmung des ETG-Wertes (spezifisches Abbauprodukt von Alkohol) mittels mehrmaliger Urin- oder Haaranalysen. Drogenfreiheit wird ebenfalls per Haaranalyse oder Urinscreening ermittelt.

Was kostet die MPU?
- Erstberatung beim Psychologen ca. 100 Euro
- Gruppenkurs zur Vorbereitung ca. 500 bis 600 Euro
- Einzelbetreuung beim Psychologen - 10 Std. ca 1000 Euro
- Haaranalyse ca. 200 Euro
- Urinuntersuchung ca. 100 Euro
- MPU Begutachtung ca 350 bis 750 Euro ja nach Anlass
- Fahrverhaltensbeobachtung ca. 300 Euro
- Gesamt, ja nach Anlass und Aufwand 1000 bis 2500 Euro

Wie oft kann eine MPU Wiederholt werden?
Beliebig oft. Da der Prüfling Auftraggeber für das Gutachten ist, darf er sich die Begutachtungsstelle aussuchen. Das heißt er kann entscheiden, ob er woanders hingeht, falls er sich beim ersten Mal nicht optimal behandelt gefühlt hat.

Wichtig:
Der Betroffene sollte darauf achten, dass das Gutachten nur an Ihn, nicht an die Führerscheinbehörde geschickt wird, damit es im Fall der negativen Beurteilung nicht in der Akte landet. Bei negativen Ausgang sollte er auch den Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zurücknehmen, um einen Ablehnungsbescheid und den damit verbundenen Eintrag in Flensburg zu vermeiden. Vor einem neuen Anlauf unbedingt mit einem Verkehrspsychologen klären, was bis zur nächsten MPU geändert werden muss. Steht im Gutachten, dass die Fahreignung mit einer Nachschulung erreicht werden kann, gibt es den Führerschein nach vier bis sechs Extra-Sitzungen ohne weitere Prüfung zurück.

*Namen geändert

Quelle: ADAC Motorwelt 3/2010 - Text: Elisabeth Schneider

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