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Betrug beim Idiotentest im Ruhrgebiet
24.02.2012 Hilfe beim Betrügen - Gefälschte Gutachten

 
Gefälschte Gutachten für Verkehrssünder
Ein Institut unterstützte Drogen- und Alkoholkonsumenten, den Führerschein zurück zu bekommen.

Dortmund - Ermittler sind einem groß angelegten Betrug mit gefälschten Bescheinigungen für die Medizinisch- Psychologische Untersuchung (MPU) auf der Spur. Ein Institut mit Sitz in Dortmund und Essen soll drogenabhängigen Autofahrern, die einen sog. "Idiotentest" machen mussten, zu "sauberen" Papieren verholfen haben.
Autofahrer, die unter Drogen am Steuer erwischt und dafür mit Fahrverbot bestraft wurden, müssen vor einer neuen Fahrprüfung diverse Untersuchungen über sich ergehen lassen. Dazu gehört auch, dass anhand von Haarproben geprüft wird, ob sie in den vergangenen Monaten Drogen genommen haben.

Freie Anbieter
In rund 40 Fällen liegen Straßenverkehrsämtern in NRW Hinweise vor, dass die psychologischen Gutachten, die Laboruntersuchungen oder gleich beide Prüfungen vom Institut gegen Geld gefälscht wurden.
Der Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität liegen bislang Fälle unter anderem aus Dortmund, Essen, Oberhausen und Bottrop vor.
Mehreren Kunden war es zunächst gelungen, mit den gefälschten Unterlagen ihren Führerschein wieder zu bekommen. Als erste Manipulation aufgeflogen, wurden Bescheinigungen des unter Verdacht stehenden Instituts rückwirkend geprüft und weitere Fälschungen entdeckt.
Rund 100.000 Autofahrer müssen pro Jahr zur MPU, drei Viertel, weil sie mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wurden. Die vorbereitenden Kurse werden von freien Anbietern veranstaltet.



Dies kann Ihnen bei der Firma WEKO Bochum nicht passieren. Wir arbeiten nur mit akkreditierten Laboren zusammen, die die DIN 17025 erfüllen, sowie ausschließlich mit amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung.
Mehr können Sie unserer Seite entnehmen » Was ist eine gute MPU Beratung «



Hilfe beim Betrügen - WAZ Freitag 24.02.2012
Heinz Krischer

Dortmund - Wer seinen Führerschein wieder haben will, nachdem er mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wurde, für den wird's teuer. Je nach Intensität der Schulung kostet allein die fällige Vorbereitung für die Medizinische- Psychologische Untersuchung (MPU) bis zu mehreren Tausend Euro. Fast die Hälfte der Probanden fällt bei den Prüfungen dennoch durch. Ein Institut aus dem Ruhrgebiet steht unter dem Verdacht, mit gefälschten Gutachten die Probanden durch die Prüfung gebracht zu haben.

Wann fiel das Institut erstmals auf?
Im Oktober 2010 kamen Führerscheinbewerber mit MPU-Gutachten zu den Straßenverkehrsämtern des Kreises Unna und des Märkischen Kreises, die von dem Institut mit Sitz in Dortmund und Essen ausgestellt waren. Problem dabei, das Institut durfte diese Gutachten nicht ausstellen, "Sie hätten eine amtliche Anerkennung benötigt" erklärt Christian Chmel von der Bezirksregierung Arnsberg, die die Aufsicht über die Straßenverkehrsämter führt.

Bekam das Institut die notwendige Anerkennung?
Nein. Stattdessen fälschten Mitarbeiter des Institutes Expertisen, die sie sich von amtlich bestellten Gutachtern besorgt hatten. So jedenfalls der Verdacht, dem derzeit die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Bochum nachgeht.

Wann viel die erste Fälschung auf?
Im Juli 2011 wurden manipulierte Papiere in Bielefeld entdeckt. Dafür hatte das Institut Gutachten eines amtlich zugelassenen Prüfers aus Dortmund besorgt und die Dokumente entsprechend umgearbeitet. Ähnlich lief es offenbar auch mit chemischen Analysen, mit denen die Drogenfreiheit der Probanden nachgewiesen werden sollte.

Wie gingen die Fälscher vor?
"
Das Institut hatte zwei Haarproben bei uns untersuchen lassen, die sauber waren, in denen wir also keine Drogen fanden", berichtet der Sprecher eines großen medizinischen Labors in Mönchengladbach. Diese Befundpapiere wurden offenbar kopiert und in Bildbearbeitungsprogrammen manipuliert. Während die chemischen Analysen stehen blieben, trugen die Fälscher andere Namen, Haarfarbe und Haarlängen ein, passend zu den Probanden. Mit diesen Papieren, die nach Ansicht des Labor-Sprechers "genial" gefälscht waren, klappte es, den Führerschein zurückzubekommen.

Woran konnte man die Fälschung erkennen?
Das Labor erhielt von Behörden eingereichte Gutachten zur Überprüfung. Dabei fiel auf, dass die Identifikationsnummern auf den Papieren nicht zum System des Labors passten. Und die Fälscher verwendeten ein Dokumentendesign, das vom Labor zwischenzeitlich geändert worden war. Bei anderen Fälschungen wurden Namen von Ärzten verwendet, die längst in Rente gegangen waren.

Warum konnten die Fälscher weiterarbeiten?
Das ist noch unklar. Bekannt ist unserer Zeitung, dass schon im Juli vorigen Jahres die Bezirksregierung in einer Rundmail sämtliche Straßenverkehrsämter des Landes gewarnt hatte. Danach kamen weitere Fälschungen aus der Vergangenheit ans Tageslicht. Im September stellte ein Bochumer Gutachter, dessen Papiere ebenfalls als Vorlage für Fälschungen benutzt wurden, Strafanzeige. Im Dezember wurden von der Arnsberger Regierung erneut alle Behörden im Land gewarnt - dadurch flog im Januar dieses Jahres ein weiterer Fall in Dortmund auf.

Arbeitet das Institut noch?
Das Büro in Dortmund wurde geschlossen. Interessenten wurde aber auf telefonische Nachfrage noch in der vorigen Woche Beratung angeboten.

Welche Konsequenzen fordern Experten?
Die für die Wiedererlangung des Führerscheins notwendigen Gutachten sollten nach Ansicht des Dortmunder TÜV-Nord-Gebietsleiters Klaus-Peter Kalendruschat nur von amtlich zugelassenen und regelmäßig überprüften Stellen eingereicht werden dürfen. Das würde die Gefahr von Fälschungen und Gefälligkeitsgutachten verringern.

Den Betrug mit gefälschten Papieren hält Kalendruschat für hochgefährlich. Denn so seien Fahrer auf den Straßen, die es nicht geschafft hätten, von Alkohol oder Drogen loszukommen.
"Diese Fahrer können heute die Ursache für schlimme Unfalle sein.

Quelle: WAZ - Freitag 24.02.2012



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